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Style Crax

Die Crax sind eine junge, aufstrebende Gruppe. Wer sie schon mal tanzen gesehen hat, der hat auch die Energie der Jungs gespürt. Doch nicht nur die junge Generation wird durch die Gruppe abgedeckt, auch ältere Tänzer sind dabei und representen die Crew, wie z.B. Shaq und Amir, beide bekannt durch die Battlerockmaniax. Vielleicht macht gerade die Mischung das Besondere an der Crew aus….

http://www.stylecrax.com/


 

HHWS: Wer gehört alles zur Gruppe?

STYLE CRAX: Style Crax ist eine Unity!! Eine Familie…aber manche wollen es Gruppe nennen…no problem ya!

The Crax:
– MIKEY (Ruff’n’X, Kayonix / Schweiz)
– VSAN (Assassins)
– LAOS (Criteile Style-Defdogz / France)
– LIL CENG (Kingsize)
– AMIR (Battlerockmaniax)
– PSYCHO SEBA (Battlerockmaniax)
– SHAQ (Battlerockmaniax)
– ELVIZ (Kingsize)
– SEBASTIAN / TIANY (France)

Es gibt noch weitere Brüder und Schwestern unserer Unity, die aber eher im Untergrund representen…soon you will see!

 

HHWS: Wie lange tanzen die einzelnen Mitglieder schon?

STYLE CRAX: Ausser Lil Ceng und Elviz tanzen die meisten an die 10 Jahre. Manche auch noch länger. Der eine oder andere hat vor uns auch schon in der Kindheit Steps gekickt.

 

HHWS: Seit wann gibt es die Crew und wie habt ihr zusammengefunden?

STYLE CRAX: Style Crax gibt es seit 2001. Shaq gründete anfangs diese „Footworker-Unity“ und mit der Zeit kamen immer mehr Mitglieder hinzu. Die Grundphilosophie war, dass Leute die sich gut verstanden und einen speziellen Style im Tanzen haben zusammenzubringen. Leute mit einem individuellen Style und anders sind in der Szene. So kam es, dass Shaq anfangs die Style Crax mit VSan zu zweit repräsentierte. Sehr schnell kam Mikey aus der Schweiz dazu, da schon Jahre zuvor eine Art Community und Family zwischen den BRM und den Schweizern entstanden ist. Mikey und VSan sind Member der ersten Stunde. Diese Leute jammten sehr viel zusammen und hatten vor dem Style des anderen sehr viel Respekt. Schnell kam dann Amir als Partner von Shaq dazu und wurde Teil der Familie. Wie gesagt, anfangs war die Philosophie „Be A Crack In Your Style“ und deshalb waren es lauter Leute die Dope in ihrem Style waren. Daraufhin kam Laos, den Amir und Shaq seit 1998 aus Frankreich kennen, hinzu. Er faszinierte schon damals mit seinem Truefrench Style als Schüler Karims (Actual Force) und kam dann nach einer coolen Session in Barcelona auch recht früh dazu.

Unser Ziel war oder ist es niemals eine krasse Battle Crew zu bauen. Von Anfang an zählte die Freundschaft und Community untereinander. Es ging und geht um den individuellen Style, der uns alle von Anfang an prägte und uns zu dem gemacht hat, was wir heute sind – The Crax.

Wir sind alle Freunde aus alten und neuen Tagen, wirklich eine Blutsfamilie – eine Faust.

Kurz nach Amir kam Seba hinzu und wir wollten nach wie vor uns nirgends als Crew repräsentieren. Der Untergrund der Szene war unsere volle Genugtuung und keiner wollte unbedingt künstlich Aufmerksamkeit auf unsere geliebte Familie ziehen.

So rockten wir als eine Unity immer in den Circles und keiner wusste dass es da eine Crew namens SC gab. Bis auf ein paar Insider und Heads.

Dann entschieden wir uns dazu an der Freestyle Session Germany als SC teilzunehmen.

Und zu guter letzt kam noch der jüngste Crack hinzu. Es war der Abend vor der Freestyle Session als wir uns entschlossen einen kleinen Jungen namens Gencis pushen zu wollen. Ein junger und unerfahrener 13jähriger der mit uns zusammen rocken sollte. Ein paar Leute von uns kannten ihn schon und er kam als Seitenflieger dazu.  Wir entwickelten sofort Vaterschaftsgefühle und wollten den kleinen Jungen zu seinem Style führen und mit uns zusammen wachsen lassen. Dies geschah dann auch und Lil Ceng wurde ein Teil des Geschehens.

Anfangs sollten keine Powermover in diese Unity kommen, doch diese These wurde zerschlagen durch Leute wie Lil Ceng, welcher im Moven seinen eigenen Style hat und darin ein Crax ist.

Seb ist auch seit eh und je ein guter Freund der Unity. Er tanzt viel in Theatern und wohnt in Perpignan, von daher war er fast nie bei Events dabei. Er entschloss sich mehr Wert auf andere Projekte zu legen und ist trotzdem ein Part der Familie! Auch wenn er nicht zu Battles und Shows da ist, es geht nur um den Mind der verbindet. That’s it!

Seba kam mit der Maniax Welle in unsere Kreise und begleitet Amir und Shaq von BRM bis zu den Style Crax. Auch er machte mit seinem eher abstrakten Style auf sich aufmerksam und ist seit 2003 dabei.

 

HHWS: Wie wichtig ist für euch die Crew?

STYLE CRAX: Wir sind keine Crew, wir sind eine Familie. Neben unserer eigenen Familie und dem Glauben eines der wichtigsten Dinge in unserem Leben. Wir leben unsere Familie in der Praxis und in unseren Gedanken mit jedem Atemzug – one crew one mind!

 

HHWS: Auf eigentlich jedem Battle sieht man euch. Wie wichtig sind euch Battles?

STYLE CRAX: Wir tanzen um den Gegner im Kreis zu zerstören! Das hat mal ein guter Freund und Teacher von uns in einem Fernsehinterview gesagt und dieser Satz trifft es sehr gut.

Seit eh und je gibt es Battles. Ohne Battles wäre HipHop und B–Boying nicht dort wo es heute ist. Schon in den frühen 80ern in der Bronx in NYC haben ältere verheiratete Männer Uprock Battle gegeneinander gemacht. Es gibt uns die ewige Lebenskraft weiter zu rocken. Man misst sich im kreativen Krieg…sieht seine Stärken, Schwächen und Ängste. Jedes Battle bringt neue Adrenalinstösse und es ist wie eine Droge.

Wir battlen immer, denn wir sind keine Goodguys im B-Boying. Wir wollen uns messen und andere Leute inspirieren.

Aber niemals sollte man von unserer Battle Attitude auf unsere Persönlichkeiten schliessen. Das wäre falsch und Leute würden falsch über uns denken – ist ihr Problem. Wäre jedoch schade, da wir alle sehr chillig durchs Leben schreiten.

Durch Battles siehst du deinen Stand und wie fit du bist…und es bringt dich immer 10 Schritte weiter. Jedes verlorene Battle bringt uns dazu, noch härter zu trainieren und an uns zu arbeiten. Wie Wissenschaftler an einer neuen Erfindung.

 

HHWS: Wie würdet ihr einem Unwissenden das B-Boying erklären?

STYLE CRAX: Express yourself. Lass deine Gefühle sprechen. Die Musik leitet dich durch deine Bewegungsabläufe. Es sind nicht einfach Powerbewegungen die durch die Luft geschleudert werden, sondern es ist der Ausdruck eines Menschen…seine Gedanken und Gefühle. B-Boying ist eine Mixtur aus zig Tänzen und dadurch niemals alt oder neu. B-Boying sind Bewegungen zur Musik angepasst mit der Prise des jeden Einzelnen und die Einflüsse der Creators der ersten Stunde, aber auch die Einflüsse der neuen und jungen Generation.

B-Boying ist ein Lifestyle, also mehr als nur eine Bewegung!!

 

HHWS: Welche Tänzer waren eure Inspiration und sind es heutzutage noch?

STYLE CRAX:
– Iman (Battlerockmaniax)
– Angelos (Battlerockmaniax)
– Storm & Swift (Battle Squad)
– Karim (Actual Force)
– Remind (Style Elements)
– Benji (Divison Alpha)
– Evo (Always Rockin Tuff)
– Prince Ken Swift (RSC / 7 Gems)
– Flo Master (RSC / Footwork Fanatix)
– Sonny Tee (Soul Control)
– Benny (Flying Steps)
Und mehr…

 

HHWS: Was ist für euch wichtig beim Breaken?

STYLE CRAX: Der individuelle Style und der Spass. Die Freundschaft und die Entwicklung neuer Moves und Ideen, die das B-Boying weiterbringen können! Andere Leute zu inspirieren und mit Leuten einfach nur zusammen zu rocken!!

Spass, Spass, Spass!

(siehe auch Frage 3, da steht mehr zu unserer Grundphilosophie)

 

HHWS: Wie stehts mit Verletzungen? Waren schon schlimmere dabei?

STYLE CRAX: Ein paar Knie OPs. Handgelenkverletzungen. Der Rücken ist ja ein Standardproblem. Es gab schon viele Verletzungen..das ist der Preis den wir zahlen und daher darauf acht geben müssen. Ceng hat sich neulich eine schwere Verletzung zugezogen und wieder auskurieren müssen.

 

HHWS: Wie sind die Reaktionen eurer Familien darauf dass ihr viel Zeit mit dem Breaken verbringt und viel herumreist?

STYLE CRAX: Eigentlich weitestgehend positiv. Die Familien stehen hinter dem was wir machen. Das war nicht immer so, aber man merkt ja mit was für einer Energie wir diese Sache angehen. Von daher ist das viele Reisen und die Zeit die wir weg sind eine Gewohnheit geworden.

 

HHWS: Was habt ihr bisher alles erreicht?

STYLE CRAX: Sehr viel. Aber der wohl größte Erfolg war, dass wir zusammen gefunden haben!

1. Platz Battle of the Year 2003 und 2005

1. Platz Freestyle Session

So viele Battles….es ist sehr viel und könnte eine Seite füllen, soll hier aber keine Hauptrolle spielen!

 

HHWS: Wie wichtig ist das Knowledge über die History?

STYLE CRAX: Wer die Vergangenheit nicht sieht hat Blindheitslücken in der Zukunft. Die History ist sehr wichtig, aus ihr lernen wir und lassen uns inspirieren! Man sollte über die HipHop History Bescheid wissen wenn man ein Teil dieser Kultur ist!!

 

HHWS: Modemoves – eine Herausforderung oder nur der Versuch sich kurzfristig in Szene zu setzen?

STYLE CRAX: Cool, wie alles andere am B-Boying. Die Kunst ist, selbst solche Modemoves zu machen. Um dies zu erreichen muss man vergangene Moves erlernen um wieder neues daraus zu kreieren. Andernfalls würde man „blind“ wie in Sachen History ein Teil dieser Kultur sein.

 

HHWS: HipHop ist ja schon länger getrennt, einige Writer können sich nicht mit HipHop identifizieren, vielen Rappern geht’s nur noch ums Biz….Was haltet ihr davon?

STYLE CRAX: Es geht nur noch ums Geld. Früher war es auch schon so, aber wenigstens waren damals die Elemente noch eingermassen vereint. Manche Leute trennen es. Für uns bleibt es eins. Und die Tatsache dass Rap nur ein Part von HipHop ist wird sich niemals ändern. Egal wie viele Platten verkauft werden und sich das Geld anhäuft. Graffiti ist mit Abstand ein sehr gefährliches und riskantes Element und daher respektieren wir es sehr stark. Auch die Writer werden wie die B-Boys unterbewertet. Beim Rap und DJ’ing sieht es anders aus, da damit Cash gemacht werden kann. Zumindest meist mehr als mit dem Tanz und dem Graffiti (mit Ausnahmen).

 

HHWS: Wie seht ihr das Battle of the Year?

STYLE CRAX: Eine gute Veranstaltung. Eine große Plattform für die Szene und eine gute Erfahrung. Alle Battles bringen einen weiter…Auch das BOTY. Die neueren Nachwuchs Crews sollten beachten, dass der Druck sehr groß ist und manchmal Crews zerschlägt oder Unruhe reinbringt

 

HHWS: Was sind eure persönlichen und tänzerischen Ziele?

STYLE CRAX: Wir werden an neuen Projekten arbieten und versuchen niemals ganz zu verschwinden. Aber da wir eine Art Underground Unity sind kann es sein, dass es ab und zu ruhig um uns wird. Aber so waren wir schon immer. True B-Boying ist in den dunklen Circles mit wenig Licht, roughen Beats und individuellen Styles. Und Baaaammm es geht ab. Genau dort werdet ihr uns finden wenn ihr uns misst!

 

HHWS: Vielen Dank für das Interview. Einige letzte Worte oder Grüße….

STYLE CRAX: Take the dance as a sciene – be a scientist! Das ist unser Motto und hiermit grüßen wir:

Alle Maniax, B-Boy Kharun, Don „Buddy“ Paschko, Illmatic Designz Camp, Incredible Syndicate, Medicine Crew, Storm, South Originals…alle die wir vergessen haben..hier könnte man auch wieder 10 Seiten schreiben.

Peace und Respekt an alle aktiven Heads die uns kennen und mit uns rocken (oder gegen uns..hehe), uns Kraft geben und uns respektieren. Man könnte nicht in Worte fassen was dies für uns bedeutet. In diesem Sinne…

One Love Style Crax 2006